Am vergangenen Samstag empfingen die Wölfe Erfurt den aktuellen Spitzenreiter der Oberliga, den HSV Apolda 1990, im Erfurter Sportgymnasium. Nach der deutlichen Hinspielniederlage wollten die Hausherren – beflügelt von zuletzt zwei Siegen in Serie – den mit zahlreichen international erfahrenen Spielern besetzten Gästen diesmal deutlich mehr entgegensetzen. Am Ende stand jedoch trotz einer starken Leistung eine knappe 22:24-Niederlage auf der Anzeigetafel.

Hohes Tempo in einer sehenswerten Partie

Von Beginn an entwickelte sich ein intensives Spiel mit hohem Tempo und zahlreichen hochkarätigen Torchancen auf beiden Seiten. Rund 350 Zuschauer im Sportgymnasium sahen ohne Zweifel ein echtes Topspiel – und vermutlich die beste Halbzeit der Wölfe in dieser Saison.

Die Erfurter setzten früh offensive Akzente und kamen immer wieder über die Außenpositionen zum Erfolg. Besonders Ottleben und Strzala präsentierten sich wie gewohnt treffsicher und hielten ihr Team in Schlagdistanz. Auch Max Riedel prägte die Anfangsphase mit wichtigen Treffern aus dem Rückraum. Beim 3:2 (10.) gingen die Wölfe erstmals in Führung und bauten diese zwischenzeitlich auf drei Tore aus.

Überragender Akteur auf dem Feld war jedoch Torhüter Julius Rein. Mit rund 46 Prozent gehaltener Bälle zeigte er eine außergewöhnliche Leistung und stellte die erfahrenen Angreifer der Glockenstädter ein ums andere Mal vor große Probleme. Kurz vor der Pause kämpfte sich Apolda zurück, sodass es mit einer knappen 13:12-Führung für die Wölfe in die Kabinen ging.

Taktische Anpassungen und umkämpfte zweite Halbzeit

Auch nach dem Seitenwechsel erwischten die Wölfe den besseren Start. Timm Ottleben erhöhte in der 35. Minute auf 17:14 und ließ die Halle erneut hoffen. Wie bereits phasenweise in Durchgang eins reagierte Apolda mit einer Manndeckung gegen Max Riedel, woraufhin die Wölfe konsequent den siebten Feldspieler einsetzten.

Die Partie verlor nun etwas an Tempo, viele Angriffe wurden durch Freiwürfe unterbrochen und die Durchschlagskraft der Anfangsphase nahm spürbar ab. Apolda ließ sich jedoch nicht abschütteln und agierte zunehmend souveräner. In der 50. Minute sah Kay Winter nach einem Gesichtstreffer die Rote Karte – eine weitere Schwächung in einer ohnehin intensiven Spielphase.

Entscheidung in der Schlussphase – Apolda eiskalt

Mit dem 20:21 (52.) übernahmen die Gäste erstmals seit der Anfangsphase wieder die Führung. Wölfe-Coach Alexander Koke reagierte mit einer Auszeit, um sein Team auf die entscheidenden Minuten einzustellen.

In der Schlussphase wurde es hektisch: Nach einem schnell ausgeführten Freiwurf eroberte Max Köthe zwar den Ball, doch die Szene wurde spät und äußerst umstritten zurückgepfiffen. Den folgenden Freiwurf nutzte Apoldas Miloshevski zum 22:23 (58.). Diese Führung ließen sich die Gäste nicht mehr nehmen und besiegelten mit dem Treffer zum 22:24-Endstand den Auswärtssieg.

Für die Wölfe ist es eine bittere Niederlage. Wie schon gegen Werratal hatte man eine Spitzenmannschaft am Rande einer Niederlage, stand am Ende jedoch erneut mit leeren Händen da. Apolda behauptet damit nicht nur die Tabellenführung, sondern baut durch Punktverluste der Konkurrenz sogar den Vorsprung auf Platz zwei aus.

Für die Wölfe geht es am kommenden Samstag nach Mühlhausen. Im Kampf um den Anschluss an die Top 5 soll dort der nächste Auswärtssieg gegen einen direkten Konkurrenten folgen.

Für die Wölfe gegen Apolda am Ball:

Lennart (0), Aurel (0), Johannes (0), Hannes (0), Timm (6 0/1 7m), Adrian (0), Tim (5 1/3 7m), Vincent (3), Max R. (6), Moritz (0), Max K. (1), Ben (0), Aron (1), Julius (TH), Philipp (TH)

Heimsieg gegen Vorjahresmeister aus Saalfeld

Die Wölfe Erfurt sichern sich mit einem 30:24‑Erfolg gegen die HSG Saalfeld/Könitz einen wichtigen Heimsieg, der jedoch erst in den letzten Minuten klar wurde. Nach einem furiosen Start führten die Erfurterinnen bereits in der sechsten Minute mit 3:0 und schienen das Spiel früh unter Kontrolle zu haben. Doch zahlreiche technische Fehler auf beiden Seiten ließen den Spielfluss immer wieder abbrechen. Saalfeld/Könitz nutzte diese Phase konsequenter, drehte das Spiel auf 4:9 und brachte die Gastgeberinnen deutlich unter Druck. Erst mit großem Kampfgeist gelang es den Wölfen, sich wieder heranzuarbeiten und zur Pause ein 13:13 zu erzwingen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie lange ausgeglichen. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen, immer wieder wechselten Führung und Ausgleich. Das Spiel blieb geprägt von Fehlern, aber auch von hoher Intensität und viel Einsatz. Erst beim Stand von 24:23 in der 55. Minute fanden die Erfurterinnen endgültig zu ihren Stärken zurück. Mit schnellen Angriffen, mutigen Abschlüssen und konsequent ausgespielten Kontern setzten sie sich Schritt für Schritt ab.

Ein entscheidender Faktor in dieser Phase war Torhüterin Lydia Sachs, die mehrere wichtige Paraden zeigte und ihrer Mannschaft damit die nötige Sicherheit gab. Mit diesem 30-24 Erfolg klettert Erfurt vorübergehend auf den zweiten Tabellenplatz und bestätigt seine Heimstärke in einer Partie, die lange auf der Kippe stand.