Enttäuschende Wölfe unterliegen Jena im Derby deutlich

Am Samstagabend waren die Wölfe Erfurt im Derby beim HBV Jena 90 gefordert. In der Sporthalle im SBSZ Göschwitz musste sich das Team am Ende deutlich mit 24:32 geschlagen geben. Trotz einer zwischenzeitlichen Aufholjagd boten die Wölfe über weite Strecken eine enttäuschende Leistung. Auch das angestrebte Ziel, sich im oberen Tabellenbereich festzusetzen, ist damit in weite Ferne gerückt

Früher Rückstand prägt die erste Halbzeit

Von Beginn an übernahm der HBV Jena die Kontrolle über das Spiel. Die Gastgeber agierten im Angriff äußerst effizient und nutzten Unstimmigkeiten in der Defensive der Wölfe konsequent aus. Besonders Jonas Müller, der in der Vorsaison noch zweimal für die Wölfe auflief, stellte per Gegenstoß früh auf 6:2 (8.).

Die Wölfe fanden weder defensiv Zugriff noch die nötige Konsequenz im Abschluss. Auch eine Auszeit des Trainerduos Marcel Dick und Felix Funke, die den verhinderten Alexander Koke vertraten, brachte zunächst keine Wende. Jena setzte sich weiter ab und erhöhte zwischenzeitlich auf 9:2 (11.).

Erst im weiteren Verlauf stabilisierten sich die Erfurter etwas und konnten den Rückstand verkürzen. Dennoch ging es mit einem deutlichen 16:11 für die Gastgeber in die Halbzeitpause.

Verpasster Anschluss nach der Pause

Für die zweite Hälfte hatten sich die Wölfe viel vorgenommen, doch der Start misslang erneut. Jena baute die Führung mit einem schnellen 3:0-Lauf weiter aus, sodass früh die nächste Auszeit notwendig wurde.

Im Anschluss zeigte sich jedoch eine Reaktion der Wölfe: Vor allem im 7:6-Angriff gelang es, mehr Druck aufzubauen. Torhüter Julius Rein parierte mehrere freie Würfe, und über schnelle Umschaltmomente kamen die Gäste zu einfachen Treffern.

Beim Stand von 25:22 (49.) bot sich die große Chance, auf zwei Tore zu verkürzen und die junge Jenaer Mannschaft noch einmal unter Druck zu setzen. Doch ein missglückter Gegenstoßpass verhinderte den Anschluss – eine entscheidende Szene im Spielverlauf.

Jena entscheidet die Partie in der Schlussphase

In der Schlussphase zog Jena wieder davon und machte spätestens beim 29:23 (54.) alles klar. Die Wölfe fanden keine Mittel mehr, um das Spiel noch einmal zu drehen. Den Schlusspunkt setzte Hendrik Voigt mit dem Treffer zum 32:24-Endstand.

Damit müssen die Wölfe eine deutliche Niederlage hinnehmen und vor allem die schwache Anfangsphase sowie die ausgelassenen Chancen kritisch aufarbeiten.

Blick nach vorne

Für die Wölfe steht nun eine längere Spielpause an. Erst Ende April empfängt das Team im vorletzten Heimspiel die Mannschaft aus Weimar. Anschließend folgt das letzte Auswärtsspiel in Ziegelheim, bevor die Saison mit einem Heimspiel gegen die HSG Werratal abgeschlossen wird. Ziel wird es sein, sich in den verbleibenden Partien wieder stabiler zu präsentieren und die Saison mit positiven Ergebnissen zu beenden.

Für die Wölfe am Samstag:

Tim Strzala (10/4), Vincent Barthel (5), Max Riedel (5), Aron Kellner (2), Max-Florian Köthe (1), Ben Weise (1), Lennart Koch, Hannes Oppermann, Adrian Jemric, Moritz Kempe, Roland Hajaniaina Thrimoson (Tor), Julius Rein (Tor)

Oberliga Frauen glückt Aufholjagd

Was für ein Auswärtsspiel der Wölfinnen in Weimar. Der Beginn war ausgeglichen, beide Teams bewegten sich auf Augenhöhe, bis beim Stand von 8:6 in der 14. Minute plötzlich nichts mehr zusammenlief. Weimar nutzte jede Schwäche konsequent aus und zog innerhalb von sieben Minuten auf 15:6 davon. Neun Tore Rückstand – viele hätten wohl gedacht, das Spiel sei gelaufen.

Doch genau in diesem Moment ging ein Ruck durch das Rudel. Angeführt von einer überragenden Isabell Schiano kämpften sich die Wölfinnen Tor um Tor zurück. Die Abwehr packte endlich zu, im Angriff wurde mutiger abgeschlossen, und zur Halbzeit war der Rückstand auf 17:14 geschmolzen. Drei Tore – und die Hoffnung war zurück.

Nach der Pause blieb Erfurt dran, bissig, konzentriert und mit wachsendem Selbstvertrauen. In der 38. Minute war es dann so weit: 21:21, das Momentum endgültig auf Seiten der Wölfinnen. Innerhalb von 31 Minuten verwandelten sie den 9‑Tore‑Rückstand in eine 5‑Tore‑Führung, beim 28:33 in der 52. Minute war das Spiel komplett gedreht.

Weimar bäumte sich noch einmal auf und kam gefährlich nahe heran, doch Erfurt rettete die Führung mit Herz, Kampfgeist und Nervenstärke über die Ziellinie. Am Ende stand ein 37:38 auf der Anzeigetafel – ein Sieg, der zeigt, was in dieser Mannschaft steckt. Eine Aufholjagd, die man so schnell nicht vergisst.